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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

über die AWACS und ihren Einsatzauftrag

Die AWACS-Flugzeuge des NATO E-3A-Verbandes, die jedes Jahr an einigen großen internationalen Luftfahrzeugausstellungen teilnehmen, sind stets ein Besuchermagnet, nicht zuletzt weil sie im Gegensatz zu den meisten anderen ausgestellten Luftfahrzeugen besichtigt werden können. Da bei diesen Führungen leider nicht alle Fragen beantwortet werden können, versuchen wir auf dieser Website, die am häufigsten gestellten Fragen ausführlicher zu beantworten.

Antworten auf Ihre Fragen
> finden Sie unter Organisation - Grundlegende Fakten und Informationen über den E-3A-Verband
Wenn Sie noch Fragen haben:
> Schicken Sie uns eine E-Mail an:

F1.   Was ist die NATO-Frühwarnflotte (NAEW&CF)?

F2.   Wie viele Nationen sind am AWACS-Programm der NATO beteiligt?

F3.   Wo befinden sich die Einsatzflugplätze des E-3A-Verbandes?

F4.   Was sind die Einsatzaufgaben der E-3A?

F5.   Wie lang ist die Höchstflugdauer der E-3A?

F6.   Wie hoch ist das Kraftstoff-Fassungsvermögen der E-3A?

F7.   Wie hoch ist die durchschnittliche Einsatzgeschwindigkeit der E-3A,
         wie hoch ist ihre maximale Geschwindigkeit?

F8.   In welcher Einsatzhöhe fliegen die E-3A?

F9.   Welche Abmessungen hat die E-3A: Länge, Höhe und Spannweite?

F10. Welche Abmessungen hat das Rotodom? - Wie lange dauert eine Umdrehung?

F11. Was befindet sich im Innern des Rotodoms?

F12. Was wird durch das AWACS-Radar erfasst? - Wie groß ist der Radarerfassungsbereich?

F13. Wie viele Mitglieder zählt die Standardbesatzung der E-3A?

F14. Was bedeutet der ‚Rote Löwe’ im Wappen am Heck der Lfz?


F1. Was ist die NATO-Frühwarnflotte (NAEW&CF)?

A1. Mit der Aufstellung der NATO-Frühwarnflotte (NATO Airborne Early Warning & Control Force - NAEW&CF) wurde im Januar 1980 begonnen. Die NATO-Frühwarnflotte besteht aus zwei operationellen Einsatzverbänden: dem multinationalen NATO E-3A-Verband in Geilenkirchen (Bundesrepublik Deutschland), dem 17 Boeing E-3A–Luftfahrzeuge (AWACS) sowie 3 Ausbildungs- und Transportflugzeuge (TCA) für den Einsatz zur Verfügung stehen, und der britischen E-3D Component mit 7 Boeing E-3D-AWACS-Luftfahrzeugen in Waddington (Großbritannien), deren Besatzungen ausschließlich aus Personal der Royal Air Force bestehen. Am 1. Juli 1992, als die britische E-3D Component offiziell ihre Einsatzreife (IOC) erklärte, wurde das Konzept einer “gemischten” NAEW&C-Flotte verwirklicht.

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F2. Wie viele Nationen sind am AWACS-Programm der NATO beteiligt?

A2. Während am AWACS-Programm der NATO sechzehn Nationen beteiligt sind (Belgien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Spanien, die Türkei, Ungarn und die Vereinigten Staaten), wird das Militärpersonal des NATO E-3A-Verbandes von 14 Nationen gestellt (Großbritannien betreibt sein eigenes E-3-System und Luxemburg stellt kein Militärpersonal).

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F3. Wo befinden sich die Einsatzflugplätze des E-3A-Verbandes?

A3. Die NATO E-3A-Luftfahrzeuge werden seit Februar 1982 von ihrem Haupteinsatzflugplatz (Main Operating Base - MOB) in Geilenkirchen aus eingesetzt. Vorgeschobene Einsatzflugplätze (Forward Operating Bases /Location – FOB/FOL) befinden sich in Trapani (Italien), Aktion (Griechenland), Konya (Türkei) und Ørland (Norwegen).

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F4. Was sind die Einsatzaufgaben der E-3A?

A4. Das luftgestützte Frühwarn- und Leitsystem (AWACS) der NATO ist ein höchst flexibles System, das zur Überwachung des Luftraums eingesetzt wird und dadurch die Luftverteidigungsfähigkeit der NATO erheblich verbessert. Der Hauptauftrag der NATO-Frühwarnflotte ist die Bereitstellung einer unmittelbar verfügbaren multinationalen Gefechtsführungsplattform zur Unterstützung von NATO-Operationen in der ganzen Welt. Die von den E-3A-Luftfahrzeugen ermittelten Daten werden unmittelbar an die Führungszentralen am Boden, auf See und in der Luft weitergeben.

Wegen ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten ist die AWACS-Flotte einzigartig und von entscheidender Bedeutung für die NATO. Zu ihren Aufgaben gehören neben der Luftraumüberwachung auch Luftoperationen wie z.B. Luftnahunterstützung, Aufklärung und Lufttransport humanitärer Hilfsgüter. Aufgrund der Veränderungen der sicherheitspolitischen Lage in den letzten Jahren hat sich auch das Einsatzspektrum der Frühwarnflotte gewandelt. So wurden ihr in zunehmendem Maße weitere komplexere Aufgaben übertragen: Leitung von Luft-Luft- bzw. Luft-Boden-Einsätzen, Zusammenführung und Kontrolle eigener Luftstreitkräfte, Sicherung der Lufthoheit, Suchen und Bergen vermisster Flugzeugbesatzungen in gegnerischen oder unsicheren Gebieten, zeitverzuglose Übertragung von möglichen Bedrohungslagen.

Bildlich ausgedrückt: Die NATO AWACS-Luftfahrzeuge sind das wachsame Auge der NATO am Himmel

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F5. Wie lang ist die Höchstflugdauer der E-3A?

A5. Die Höchstflugdauer der E-3A-Lfz (ohne Luftbetankung) beträgt über 10 Stunden. Da alle E-3A-Flugzeuge in der Luft betankt werden können, verlängert sich die Flugeinsatzdauer entsprechend. Als die NATO AWACS nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 im Rahmen der Operation EAGLE ASSIST die Überwachung des amerikanischen Luftraums unterstützten, dauerte der längste Flug über 17 Stunden.

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F6. Wie hoch ist das Kraftstoff-Fassungsvermögen der E-3A?

A6. 89 610 Liter / 22 768 Gallonen. Maximales Startgewicht: 151 955 kg.

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F7. Wie hoch ist die durchschnittliche Einsatzgeschwindigkeit der E-3A, wie hoch ist ihre maximale Geschwindigkeit?

A7. Die durchschnittliche Einsatzgeschwindigkeit beträgt 770 km/h, die Höchstgeschwindigkeit 810 km/h.

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F8. In welcher Einsatzhöhe fliegen die E-3A?

A8. Die normale Einsatzhöhe der E-3A-Luftfahrzeuge beträgt 9 150 m (30 000 ft), da dies die optimale Höhe für die Radarerfassung ist.

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F9. Welche Abmessungen hat die E-3A: Länge, Höhe und Spannweite?

A9. Die E-3A ist die militärische Version der in der zivilen Luftfahrt eingesetzten Boeing 707-320B Strahlflugzeuge. Der Flugzeugrumpf hat eine Gesamtlänge von 46,68 m, eine Höhe von 12,70 m, und eine Spannweite von 44,45 m.

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F10. Welche Abmessungen hat das Rotodom? - Wie lange dauert eine Umdrehung?

A10. Das Rotodom (Radaraufsatz der E-3A) hat einen Durchmesser von 9,1 m und eine Dicke von 1,8 m; seine Höhe über dem Rumpf beträgt 3,35 m. Dieser ständig rotierende Radaraufsatz führt eine Umdrehung in 10 Sekunden aus.

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F11. Was befindet sich im Innern des Rotodoms?

A11. Das Rotodom beherbergt zwei Antennen: Eine phasengesteuerte Gruppenantenne, bestehend aus 30 geschlitzten Hohlleitern, elektronisch schwenkbar, für das Überwachungsradar-System sowie eine IFF-Antenne (Freund/Feind-Kennung), die aus Dipolen besteht.

Beide Antennen senden und empfangen Impulse, die von zwei aktiven Sensorsystemen und einem passiven Sensorsystem genutzt werden. Die aktiven Sensorsysteme gehören zum Überwachungsradar-System (SRS), das zwei unterschiedliche Radartypen umfasst: das Impulsradar und das Impuls-Doppler-Radar. Diese beiden Sensorsysteme arbeiten zusammen und liefern Informationen über Entfernung, Richtung, Höhe, Geschwindigkeit und Identität von Luftfahrzeugen und Schiffen.

Das Impulsradar der E-3A funktioniert ähnlich wie ein normales Impulsradar am Boden. Es gewinnt Informationen über Horizontalwinkel und Entfernung von Objekten durch Aussenden von Funkfrequenzen: Es sendet Impulse und wartet auf Echos. Die Laufzeit des Impulses, d.h. die Zeit zwischen dem Senden und dem Empfang des Echos, wird zur Entfernungsbestimmung genutzt.

Zusätzlich zu den mit dem Pulsradar gewonnenen Informationen über Horizontalwinkel und Entfernung arbeitet das Impuls-Doppler-Radar mit Frequenzverschiebungen. Bewegt sich ein Objekt auf die AWACS zu, ist die Frequenz des reflektierten Impulses höher als die des gesendeten Impulses; bei sich vom Radar weg bewegenden Objekten ist die Frequenz des reflektierten Impulses niedriger. Diese Frequenzverschiebung ermöglicht es, die Geschwindigkeit des Objekts zu ermitteln. Ein typisches Beispiel für den Dopplereffekt ist das Martinshorn eines Krankenwagens. Wenn sich der Krankenwagen nähert, hört man einen höheren Ton, wenn er sich entfernt, wird der Ton tiefer. Die E-3A-Radarantenne besitzt außerdem die Fähigkeit zur horizontalen Abtastung des Luftraums, wobei präzise Informationen über die Flughöhe des Objekts gewonnen werden.

Bei dem im Rotodom untergebrachten passiven Sensorsystem handelt es sich um das so-genannte Freund-Feind-Kennungssystem (IFF-Sensor). Fast alle Luftfahrzeuge sind mit einem IFF-Transponder ausgestattet. Mithilfe ihres IFF-Systems zur Freund-Feind-Abfrage können die E-3A die Transponder anderer Luftfahrzeuge befragen, die daraufhin automatisch relevante Daten, z.B. in Bezug auf Staatszugehörigkeit, Flugzeugtyp, vorgegebenen Flugweg usw. zurücksenden. Dies ist natürlich nur dann möglich, wenn die betroffenen Luftfahrzeuge auch bereit sind, diese Informationen mitzuteilen. Falls ein Luftfahrzeug keine Transponder-Antwort gibt, wird es als "verdächtig" eingestuft.

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F12. Was wird durch das AWACS-Radar erfasst? - Wie groß ist der Radarerfassungsbereich?

A12. Wegen ihrer Abwärtssichtfähigkeit und einem Radarerfassungsbereich von 360° ist die E-3A in der Lage, Ziele in der Luft von Bodenechos zu unterscheiden und gleichzeitig Schiffs- und Luftfahrzeugbewegungen in einem Umkreis von 400 - 520 Kilometern zu erfassen und zu verfolgen. Eine einzige NATO E-3A, die in einer Flughöhe von 9 150 m operiert, hat einen Erfassungsbereich von 312 000 km2 (was in etwa der Fläche der Bundesrepublik Deutschland entspricht).

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F13. Wie viele Mitglieder zählt die Standardbesatzung der E-3A?

A13. Für den Betrieb der hoch entwickelten, komplexen Bordsysteme der E-3A stehen 16 Besatzungsmitglieder zur Verfügung, alles hoch qualifizierte Spezialisten aus verschiedenen NATO-Staaten, die für ihre jeweilige Rolle umfassend ausgebildet sind. In der E-3A können maximal 35 Besatzungsmitglieder mitfliegen. Die fliegende Besatzung besteht aus dem Luftfahrzeugkommandanten, dem ersten Luftfahrzeugführer, dem Navigator und dem Bordmechaniker. Die taktische Besatzung besteht aus einem taktischen Einsatzleiter, einem Jägerleit-Team (für die Leitung der zugewiesenen Militärflugzeuge), einem Luftraumüberwachungs-Team und drei Technikern.

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F14. Was bedeutet der ‚Rote Löwe’ im Wappen am Heck der Lfz?

A14. Bei dem ‚Roten Löwen’ im Wappenbild, das sich am Heck der E-3A und TCA befindet, handelt es sich um die Kokarde des Großherzogtums Luxemburg. Alle E-3A- und TCA-Maschinen sind in Luxemburg registriert. Allerdings ist dies eine eigene Geschichte. Wie es dazu kam, wird im Folgenden erläutert:

Bei ihrer Auslieferung durch Boeing (Seattle, USA) Anfang der Achtzigerjahre trugen die E-3A-Maschinen das nationale Kennzeichen der Vereinigten Staaten. Das Direktorium der NAPMO (BOD) sah sich plötzlich mit der Frage konfrontiert, unter welcher Flagge die NATO-Frühwarnflotte eigentlich fliegen sollte. Denn dies war das erste Mal in der Geschichte der NATO, dass sie eine eigene militärische Luftfahrzeugflotte aufstellte. Gemäß den einschlägigen internationalen Bestimmungen über den militärischen Flugverkehr müssen alle Militärflugzeuge mit einem Nationalitätskennzeichen versehen und in dem betreffenden Land auch registriert sein. Da die Entscheidung über die Registrierung der Flotte noch in Zeiten des Kalten Krieges getroffen wurde und die Luftfahrzeuge somit in erster Linie im europäischen Luftraum operieren würden, war das BOD der Auffassung, dass die Luftfahrzeuge auch ein europäisches Kennzeichen haben sollten.

Die gleichzeitige Verwendung der Nationalitätskennzeichen aller am AWACS-Programm beteiligten Staaten war nicht möglich, so dass das BOD entschied, die Luftfahrzeuge vorzugsweise in einem Land registrieren zu lassen, das aus juristischer Sicht in der Lage wäre, dem Kommandeur der NATO-Frühwarnflotte hinreichend Entscheidungs- und Handlungsspielraum in Bezug auf die Zusammensetzung der Lfz-Besatzungen und auf die Durchführung von Instandhaltungsmaßnahmen einzuräumen. Der daraufhin unterbreitete Vorschlag, die Flotte aus juristischen Gründen in dem kleinsten NATO-Mitgliedstaat – Luxemburg - registrieren zu lassen, wurde favorisiert, da das Großherzogtum keine eigene Luftwaffe hat und somit auch keine nationalen Vorschriften in Bezug auf den Betrieb von Militärflugzeugen beachtet werden mussten. Nachdem die am AWACS-Programm beteiligten Staaten dieser Option zugestimmt hatten, wurde ihre Umsetzung zügig vorangetrieben. Bereits kurze Zeit später gab die luxemburgische Regierung grünes Licht für die Registrierung der E-3A-Flotte. Daraufhin erhielten alle E-3A-Lfz, und später auch die TCA-Lfz des NATO E-3A-Verbandes, ihre Zulassung im Großherzogtum - und fliegen seither unter dem Luxemburger Wappen, dem „Roten Löwen“.

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